Beim Speaker Slam: Einblick mit Ausblick

Während ich darauf warte, auf die Bühne geholt zu werden, schießen mir zwei Fragen immer wieder durch den Kopf: „Warum zum Teufel tue ich mir das bloß noch einmal an? Was reitet mich, all die Aufregung, Herzklopfen und unruhigen Momente noch ein zweites Mal durchzumachen?

Ich will Menschen erreichen, sie inspirieren und Fragen aufwerfen: Was gibt mir Sinn? Warum soll ich etwas verändern? In welchen Bereich meines Lebens fühle ich mich nicht mehr wohl? DAS treibt mich an. Ich will in Menschen die Lust wecken, an sich zu arbeiten und an sich zu glauben. Ich will Mut machen. DESWEGEN stehe ich hier und warte auf mein Stichwort, um die Bühne zu erklimmen.

Es gibt angenehmere Situationen, als auf einer Bühne zu stehen und von „ExpertInnen“ beurteilt zu werden. Neun Minuten lang soll ich nicht nur eine Botschaft vermitteln, sie soll auch noch leichtfüßig, originell und tiefgründig daherkommen. Humorvoll verpackt soll es auch sein, hat mir mein Coach eingetrichtert. Warum?

Ich will gewinnen! Ich will einen Preis! Ich will es MIR beweisen. Warum? Weil mir Gewinnen Spaß macht. Weil es mir und anderen vor Augen führt, dass es möglich ist seine Wünsche zu erreichen.

Und doch, was ich in diesem Moment spüre, ist mein Körper. Mir steht die Nervosität bis zum Hals und die vielen schlaflosen Nächte, die vielen Gespräche und der endlose Feinschliff meines Vortrags ziehen an mir in Sekundenbruchteilen vorüber.

  • Bauchatmung – 5x tief Durchatmen
  • Raum einnehmen – Hinter meinem Rücken ist noch Raum!
  • Aufrichten – Beide Beine fest auf den Boden und Körper in Balance bringen
  • Entspannen – Grimassen schneiden, Lippen vibrieren und Dauerlacher im Gesicht, das entspannt Geist, Gedanken und Muskulatur
  • Gedanken steuern – du kannst es und hast richtig Spaß!
  • Anfang – Raus auf die Bühne und TUN

+ + +

Zwei Stunden später: Habe ich gewonnen? Nein. Doch Moment, das stimmt nicht ganz. Ich habe MICH gewonnen: Einen neuen Blick auf mich, eine neue Ruhe in mir und das unbezahlbare Gefühl, über meinen Schatten gesprungen zu sein. Ich habe gewonnen, weil ich mich getraut habe und meinen Wunsch gelebt habe. Es war nicht perfekt, aber gut für mich.

Ich wollte jemanden erreichen – unabhängig davon, ob die Kamera mich liebt oder ich alle Regeln einhalte. 100% wäre perfekt – war aber nicht. Für einzelne Personen aber sicher. Bei einigen im Saal werden meine Worte über „Herzenswünsche“ nachwirken. Und damit schließt sich für mich ein Kreis. Ich lebe das, was ich sage und überwinde dazu meine Ängste und verlasse meine Bequemlichkeit (Komfortzone). Damit gebe ich mir und womöglich anderen einen Sinn. Und deswegen bin ich stolz auf mich- Für mich die richtig Wichtigen Dinge im Leben tun.

 

 

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