Woher man kommt, ist derzeit wieder eine heikle Sache in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Frage der Herkunft ist spätestens nach der heiß diskutierten „Flüchtlingskrise“ Thema – sogar in nicht-politischen Bereichen des Lebens. In einem anderen Unterhaltungssektor – dem Profi-Fußball – spielt die Herkunft kaum eine Rolle: Außer hin und wieder ein paar übermotivierte Fans stört sich dort niemand an der Nationalität eines Spielers – solange dieser sich als Mannschaftsstütze bewährt. Im Millionenbusiness ist es sogar umgekehrt: Unmengen bzw. Unsummen werden ausgegeben, um argentinische oder brasilianische Spieler zu verpflichten. Davor wird verhandelt, gefeilscht und über diverse Benefits diskutiert, damit der Spieler von der anderen Seite der Erde nach Deutschland wechselt.

Das einzige, was sich in Teams beim Sport unterscheidet zu Teams in Unternehmen, sind das Geschlecht und körperliche Beeinträchtigungen. Hier gibt es im Sport separate Wettbewerbsklassen. Ansonsten gilt – anders als in Unternehmen: Wer Leistung bringt, ist in der Mannschaft.

Braucht die Welt wirklich ein Management-Buch zum Thema Gender Balance?

Lassen Sie es mich so ausdrücken: JA – und zwar ein Buch über den Wettbewerbsvorteil Gender Balance. Denn eine Botschaft ist noch nicht in aller Klarheit angekommen:

Wir brauchen im deutschsprachigen Raum MEHR VIEFALT und mehr TOLERANZ, damit Unternehmen am internationalen Bankett überleben können und wirtschaftlich erfolgreicher sind.

Sicherlich kennen Sie das Silvester-TV-Highlight „Dinner for One“ („Same procedure as every year!”). Die Wiederholung der immer gleichen Abläufe und Muster beobachte ich auch in der Wirtschaft und bei manchen meiner Kunden. Alles muss im laufenden Kalenderjahr fertig gestellt werden. Jeder muss sich noch vor Weihnachten treffen. Jeder steht mit Jahresabschlüssen und Budgets wahnsinnig unter Druck und versucht verzweifelt, alles unter einen Hut zu bringen – so als würde es kein Morgen bzw. kein nächstes Kalenderjahr geben.

Wer rudert, weiß: Es ist wichtig, dass alle ihre Kräfte im gleichen Rhythmus einsetzen, damit etwas weitergeht. So kommt man am schnellsten ins Ziel. Wehe aber, es fehlt ein Ruderer oder sogar zwei. Dann wird das Ergebnis vielleicht auch erreicht, aber dazu müssen sich alle bis zur Erschöpfung verausgaben. Gleiches trifft auf Gender Balance zu: Wenn alle im gleichen Takt zusammenarbeiten, ist Gender Balance ein Cashbringer für Unternehmen, der bereits unterwegs Freude macht.