Männlein und Weiblein: Welchen großen Einfluss kleine Unterschiede auf die Unternehmenskultur haben.

Wem soll man nun glauben? Die eine Gruppe von Wissenschaftlern belegt, dass Männer und Frauen sich nicht in ihrem Verhalten unterscheiden, die andere Gruppe belegt genau das Gegenteil. Wenn mich Führungskräfte fragen, was denn nun stimmt, starte ich meist ein kleines Experiment. Lassen Sie sich doch auch kurz darauf ein! Es funktioniert übrigens für Männer und Frauen.

Stellen Sie sich eine Zwei-Personen-Situation vor. Eine Besprechung für ein Projekt, ein Krisengespräch oder einfach nur eine Plauderei in der Teeküche.

Nun platzieren Sie gedanklich sich und einen Mann in das Szenario. Über welche Themen würde gesprochen werden? Welche Fragen würde der Mann stellen? Wie lange würde das Gespräch dauern? Wäre es eher persönlich oder eher sachlich? Fragt der Mann interessiert nach oder erzählt er eher über eigene Erlebnisse? Kann sich der Mann in die Situation anderer hineinfühlen oder will er seine eigene Sichtweise unterstreichen? Und jetzt einfach die gleichen Fragen, allerdings mit einer Frau. Verändert sich das Ergebnis?

Dieses Experiment zeigt ganz und gar unwissenschaftlich, aber wie ich meine umso eindrucksvoller, was es mit diesem Thema auf sich hat.

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Nicht im Rhythmus. Wie Gender-Disbalance Energie raubt.

Wer rudert, weiß: Es ist wichtig, dass alle ihre Kräfte im gleichen Rhythmus einsetzen, damit etwas weitergeht. So kommt man am schnellsten ins Ziel. Wehe aber, es fehlt ein Ruderer oder sogar zwei. Dann wird das Ergebnis vielleicht auch erreicht, aber dazu müssen sich alle bis zur Erschöpfung verausgaben. Gleiches trifft auf Gender Balance zu: Wenn alle im gleichen Takt zusammenarbeiten, ist Gender Balance ein Cashbringer für Unternehmen, der bereits unterwegs Freude macht.

Keine Frage: In den Gewässern der Geschlechterausgewogenheit kann man auch als Einzelruderer ans Ziel kommen – allerdings vermutlich erst Tage später als die anderen. Und: Teams, die das Thema nur als lockeres Training sehen, werden eher viele Kosten und weniger Output erleben, als das Gefühl, tatsächlich etwas bewegt zu haben.

Gleiten statt hetzen:

So hilft Gender Balancing Unternehmen dabei, Fahrt aufzunehmen

Sie wollen handfeste Beweise bzw. Zahlen? Kein Problem…

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#MeToo – Warum die Schauspielszene nix mit der wahren Realität von Frauen im Arbeitsalltag zu tun hat!

Liebe Männer und Frauen, würdet ihr wollen, dass Euren Töchtern auf den Hintern gegriffen wird, dass sie von Schulkollegen zu hören bekommen, dass sie nur in die Clique dürfen, wenn sie mit ins Puff gehen? Wollt ihr, dass sich ein Mann an Euren Töchtern reibt oder Eure Töchter permanent schmutzige Witze anhören müssen. Wollt ihr, dass Eure Töchter auf ihr Äußeres reduziert werden und sie sich anzügliche Sprüche am laufenden Band anhören müssen? Teilweise täglich.

Liebe Väter und Großväter und Onkel, wollt ihr, dass Eure Mädchen Angst davor haben, als letzte mit bestimmten Kollegen das Büro zu verlassen? Dass sie sich überlegen müssen, ob sie überhaupt Röcke tragen können, weil ein Kollege sie permanent angafft? Wollt ihr, dass sie ungefragt angegriffen werden?

Schade ist an der momentanen #metoo Welle, dass einige Menschen zum eigenen Zweck andere Menschen in schwierigen Lebenssituationen angreifen. Im konkreten Fall: Frauen, die sich in derartigen Situationen nicht sofort Nein sagen trauen und erst Monate und Jahre später anderen von dem Erlebten erzählen können und wollen.

Ich würde Ihnen gerne ein paar Erkenntnisse von meiner Arbeit mit mehr als 1.000 Frauen in diesem Blog vermitteln, die ich auf Ihrem beruflichen Weg begleiten durfte und die jetzt durch #metoo ermutigt sind, endlich über Missstände zwischen Männer & Frauen zu sprechen.

Für mich ist #metoo keine männerhassende Kampagne. Es ist der jetzige Weg von Frauen sich in einer starken Gruppe zu wehren. Und was passiert. Sie werden von Frauen angegriffen. Vielleicht kann Frau Proll und die Herren & Damen auch die andere Seite durch diesen Blog verstehen.

Wenn Frauen in der Wirtschaft oder auch sonst wo sich mit dem Gedanken tragen, einen Fall von verbaler oder körperlicher sexueller Belästigung oder unangemessenen Verhaltens „offiziell“ zu machen, passiert üblicherweise folgendes:

Wo sind die Ansprechpersonen?

Zunächst einmal ist einer Frau nicht wirklich sofort klar, WO man so etwas melden kann, weil die meisten Unternehmen keine Vertrauensperson für solche Anlässe installiert haben. Personalabteilungen fühlen sich entweder nur selten dafür zuständig, sind überfordert oder sie bestehen teilweise in der Führungsebene aus Männern oder starken Frauen die für „weibliche Schwächen“ wenig Verständnis haben. Wie wir alle wissen, lässt sich über sexuelle Übergriffe (verbal oder körperlich) aus nachvollziehbaren Gründen besser „von Frau zu Frau“ sprechen.

Wenn Frau einen derartigen Vorfall anspricht, muss sie den kompletten Vorfall in allen Details auf den Tisch legen. Auch eine Anschuldigung läuft für den Anklagenden auf ein „Verhör“ hinaus. Sie muss schließlich beweisen, dass der andere etwas Unrechtes getan hat, Grenzen überschritten hat und auf zwischenmenschlicher Ebene „zu weit“ gegangen ist. Das ist bei Frauen, die vergewaltigt wurden, dasselbe wie bei Frauen, die „nur“ angefasst oder angesprochen wurden.

Sie fragen sich, warum betroffene Frauen nicht sofort diesen Weg einschlagen? Nun, weil es so etwas wie tiefe Scham gibt, liebe Damen und Herren

Scham als Hemmschwelle

Frauen schämen sich, wenn ihnen angeboten wird, dass es ihr ein älterer Mann „gerne besorgt, wenn sie wissen will wie das so ist.“ Sie schämen sich, wenn Kollegen ihr mitteilen, dass „sie im Netzwerk willkommen ist – aber nur, wenn sie auch mit ins Bordell geht.“ Sie schämen sich, wenn ihnen ein Kollege unter dem Tisch einfach auf den Oberschenkel greift.

Vielleicht haben einige Schauspielerinnen oder andere Frauen einen anderen Zugang zu Scham. Wir Frauen in konventionellen Berufen schämen uns aufgrund solcher Vorfälle, weil wir glauben, selbst etwas falsch gemacht zu haben. Wir denken darüber nach ob wir irgendwelche Signale ausgesendet haben, die nicht in Ordnung sind. Wir schämen uns, aber kaum eine spricht darüber.

Wenn Frau etwas sagt! Weiterlesen

Darüber hinwegsehen? Ein Schwein zu sich selber sein?

Seit Wochen kommt mein Kopf nicht zur Ruhe. Ich denke nach – nicht nur über die momentane politische Achterbahnfahrt, sondern auch darüber, wie ich diese Dinge an mich heran lasse.

Im Sommer hatte mich ein geschätzter Kollege gebeten, eine bestimmte Persönlichkeit zu einer meiner Veranstaltungen einzuladen. „Das könnte sich für dich geschäftlich auszahlen“, lautete sein Ratschlag. Doch nachdem er mir den Namen genannt hatte, sträubte sich alles in mir gegen dieses Vorhaben. Es handelte sich um eine bekannte Persönlichkeit mit Naheverhältnis zu einer rechtspopulistischen Partei. Es verschlug mir den Atem und die Rede und ich stammelte, dass ich darüber nachdenken werde.

Doch je länger ich darüber nachdachte, desto unmöglicher erschien mir dieser Schritt. Natürlich wäre es in einem Land wie Österreich geschäftlich von Vorteil, doch andererseits fragte ich mich, welche Personen das anlocken würde. Wie würde ich damit umgehen, wenn mich Menschen um Beratung bitten, die alles „Fremde“ ablehnen und die „Hetze“ als legitimes Instrument betrachten?

Alles in mir sagte: „NEIN, ich will das nicht. Ich will einfach nicht!“ Weiterlesen

BEGEGNUNGEN – MENSCHEN

Ich begegne tag täglich Menschen  – offen und ohne Vorurteile. Mögliche Freunde?

Schon nach den ersten Sekunden und nach den ersten gewechselten Worten stelle ich mir die Frage, ob ich mit diesem Menschen weitere Sekunden, Minuten oder sogar Stunden verbringen möchte. Die klare Antwort kommt spontan ganz von selbst. Ein Freund!

Dann lasse ich mich auf diesen Mensch ein. Wir begegnen einander wieder. Und nach und nach spüre ich, dass dieser Mensch Stück für Stück wie ein Freund wird, der mein Herz berührt und mich bewegt. Ein Lebensfreund?

Dann kommt die Zeit, in der ich mit diesem Menschen nicht nur über angenehme und spaßige Themen rede. Ich spreche vieles aus, was mich tief in meinem Inneren bewegt, berührt und beschäftigt. Im Gegenzug erfahre ich Details aus einer anderen Lebensgeschichte, die mich zum Weinen und zum Lachen bringen. Ich sehe dem Menschen in die Augen und erkenne, warum ich ihn lieb gewonnen habe. Ein Lebensfreund!

Ich möchte vertrauen, doch ich habe schon sehr oft erfahren, dass Menschen auch gemein sein können. Sie können Dinge sagen, die du nicht hören willst. Dieser Mensch macht das aber nicht. Noch nicht. Also vertraue ich. Mein Lebensfreund!

Dann kommt der Zeitpunkt, an dem dieser Mensch Dinge sagt, die wehtun. Sogar sehr weh. Ich überlege, was diesen Menschen wohl zu diesen Aussagen treibt. Ist er böse, dumm oder doch nicht das, was ich in ihm gesehen habe? Der momentane Schmerz sitzt so tief, dass ich überlege, ob dieser Mensch wirklich mein Vertrauen verdient hat. Wirklich ein Lebensfreund? Weiterlesen